Wie hat sich das Projekt während deiner Bachelorarbeit weiterentwickelt?

Die vielen, vielen positiven Reaktionen an der Modul-Ausstellung im Dezember 2019 in Aarau und die Tatsache, dass mir bereits damals eine handvoll Personen die Sets – die damals als erster Prototyp vorlagen – bereits abgekauft hätten, waren unglaublich.

Kurz darauf stand die Bachelorarbeit an. Mangels anderer Ideen entschied ich mich dafür, am Projekt mit den Frage-Antwort-Karten weiterzuarbeiten weiterzuarbeiten.

Mit meinem Prototypen bin ich ins Waidspital zu den beiden Palliativ-Spezialisten Dr. Roland Kunz und Frau Verena Gantenbein. Ich wollte vor allem wissen, ob ihnen ein anderer Bereich einfällt, bei dem ein solches Kartenset ebenfalls sinnvoll wäre. Die beiden machten mich auf das Thema der Patientenverfügung aufmerksam. Dies sei ein Thema, bei dem viele Patientinnen und Patienten immer wieder schwierige Entscheidungen treffen müssen.

Ich muss zugeben, als junge Frau hatte ich das Wort «Patientenverfügung» bis zu diesem Tag noch nie gehört.

Trotzdem nahm ich mich dem Thema an und stürzte mich in eine ausgiebige Recherche. Ich habe haufenweise Patientenverfügungen von verschiedenen Institutionen gesammelt und verglichen und mit Personen gesprochen, welche eine Verfügung für sich erstellt haben. Mir ging es darum zu verstehen, wie der ganze Erstellungsprozess abläuft und wo häufig die Stolpersteine liegen.

Eine wichtige Erkenntnis war für mich, dass es zuerst darum geht, sich selbst über seine eigenen Werte, Wünsche und Grenzen bewusst zu werden, bevor man sich hinsetzen kann, um eine Patientenverfügung auszufüllen.
Aus diesem Grund war es nur logisch, die persönlichen, vor allem ethischen Fragen und die dokumentbezogenen Inhalte in zwei separate Sets zu gliedern.

Neben der Kreation von Bild und Text für die zwei neuen Sets, ergänzte ich das bestehende, erste Set mit weiteren Fragen, die durch den Austausch mit Fachpersonen aufkamen. Weiter war es nun auch an der Zeit, für die Serie einen Namen und ein Branding zu entwickeln.
Aus dem Titel «tot_geschwiegen» den das erste Set ursprünglich trug, wurde die Serie «RUND UM». Dieser Titel lässt sich problemlos mit anderen Schlagwörtern kombinieren, sodass dem Ausbau der Serie auf weitere Themenbereiche auch für später nichts mehr im Wege steht.