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Tagung «Sterben ist immer anders»

Am 11. und 12. Juni 2026 durfte ich zwei bereichernde Tage an der Tagung «Sterben ist immer anders» erleben. Neben spannenden Referaten und vielen fachlichen Impulsen habe ich mich sehr über all die tollen Begegnungen gefreut.

Ich war an beiden Tagen der Tagung vor Ort. Am Donnerstag hatte ich einen kleinen Stand eingerichtet: meinen grossen Kartenständer und daneben einen Tisch mit Flyern und Ansichtsexemplaren der Kartensets. Viele Tagungsteilnehmende nutzten die Gelegenheit, in den Pausen durch die Karten zu schmökern oder mit mir ins Gespräch zu kommen.

Schon im letzten Herbst wurde ich von den Veranstaltenden angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen Workshop zu den RUND UM Kartensets anzubieten. Die Idee fand ich sofort spannend: So hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Karten nicht nur kennenzulernen, sondern ihre Funktion als Impulsgeber gleich selbst zu erfahren. Da ich mich selbst jedoch vor allem als Entwicklerin der Karten und als Vermittlerin verstehe, aber selten direkt dabei bin, wenn die Kartensets in der Praxis genutzt werden, war mir die Ergänzung durch eine Fachperson wichtig. Mit Christian Ruch konnte ich den Workshop gemeinsam mit jemandem leiten, der sowohl den fachlichen Background als auch viel Moderationserfahrung mitbrachte.

Am Freitag stand dann der 90-minütige Workshop auf dem Programm. Ich habe mich sehr über das grosse Interesse gefreut – wir mussten spontan noch ein paar weitere Stühle aufstellen. Zwischen 25 und 30 Personen nahmen teil: Fachpersonen aus Palliative Care, Pflege, Hospizarbeit, Seelsorge, Beratung, Trauerbegleitung und verwandten Bereichen.

Zu Beginn stellte ich mich, die Entstehungsgeschichte von RUND UM und die aktuell verfügbaren Kartensets vor. Danach sollten die Teilnehmenden die Karten und ihre Wirkung selbst erleben. Ich hatte alle Sets bereits auf den Tischen ausgelegt, sodass die Teilnehmenden umhergehen, schauen, lesen und sich einen eigenen Eindruck verschaffen konnten.

Als Warm-up wählte jede Person eine Karte aus, die sie besonders ansprach oder neugierig machte. Im Plenum griff Christian Ruch einzelne Karten auf und fragte nach Assoziationen: Was hat die Wahl ausgelöst? Welche Gedanken oder Erfahrungen tauchen auf? Einmal wurde ein Antworttext vorgelesen, und schnell entstand jeweils eine kurze Diskussion über das Bild, den Text oder die dahinterliegende Thematik.

Bereits in diesem ersten Teil wurde deutlich, was die Karten leisten können: Sie schaffen einen Einstieg. Nicht, indem sie ein Gespräch vorgeben, sondern indem sie einen Gedanken oder eine Erinnerung aufgreifen, an die man anknüpfen kann.

Der Hauptteil des Workshops war als Praxislabor angelegt. Da sehr viele Fachpersonen im Raum waren, ging es nicht darum, die Themen inhaltlich zu erklären. Viel spannender war die Frage: Wie könnten die Kartensets konkret in der eigenen Arbeit eingesetzt werden?

Je nach Interesse konnten sich die Teilnehmenden einem der sechs Sets zuordnen. Jede Gruppe erhielt ein Gesprächsszenario und bereitete dazu ein mögliches Gespräch mit den Karten vor. Sie sollten sich überlegen: Wer ist dabei? In welcher Situation findet das Gespräch statt? Welche Karten würden wir mitnehmen? Welche Karte eignet sich als Einstieg?

In den Gruppen entstand ein sehr lebendiger Austausch. Viele Überlegungen kreisten um ähnliche Fragen: Was muss vor dem Einsatz einer Karte bereits geklärt sein? Wie viel Vorwissen ist vorhanden? Welche Themen sind bei Betroffenen oder Angehörigen gerade wirklich an der Oberfläche? Welche Karte kann ein guter Einstieg sein – und welche wäre in diesem Moment vielleicht zu direkt?

Die vorgegebenen Szenarien wurden von den Gruppen sehr unterschiedlich weitergedacht. Es ging weniger darum, eine richtige Lösung zu finden, sondern darum, mögliche Gesprächsverläufe zu skizzieren: Wie beginnt man? Welche Informationen braucht es zuerst? Wann kann eine Karte helfen, das Gespräch zu öffnen?

Besonders spannend fand ich, wie sorgfältig die Gruppen ihre Kartenauswahl trafen. Es ging nicht darum, möglichst viele Karten einzusetzen, sondern jene auszuwählen, die für die jeweilige Situation, die beteiligten Personen und den Gesprächsverlauf passend sein könnten. So wurde deutlich, dass die Karten vor allem dann wirken, wenn sie bewusst und mit Feingefühl eingesetzt werden.

Besonders wertvoll war, dass einige Personen im Workshop bereits mit den RUND UM Kartensets gearbeitet hatten. Sie berichteten kurz aus ihrer Praxis und machten deutlich, dass die Karten nicht als starres Werkzeug verstanden werden, sondern als flexible Begleiter – je nach Kontext, Beziehung und Gesprächssituation.

Zum Abschluss teilten die Gruppen ihre Überlegungen im Plenum. Für mich war schön zu sehen, wie ernsthaft und praxisnah sich die Teilnehmenden auf die Karten eingelassen haben.

Ich nehme sehr viel mit aus diesen zwei Tagen: wertschätzende Rückmeldungen zu meinem Herzensprojekt, neue Kontakte, konkrete Ideen für weitere Kartensets und motivierte Personen für künftige Kooperationen. Überglücklich und dankbar blicke ich auf diese Tagung zurück.